Die Chronik

Der Musikverein wurde anlässlich der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs I. im Jahr 1908 gegründet. Am 2. Dezember fand ein Festakt mit Weihe des neu erbauten Lehrerheimes samt Enthüllung der „Kaiser-Gedenktafel“ statt. Für den 20. Dezember hatte dann der Gemeindevorsteher Anton Weismann, Bauer in Edt, die Bevölkerung zur offiziellen Gründung des Vereins ins Gasthaus Ennser eingeladen. 86 unterstützende, 17 ausübende Mitglieder und 8 Musikschüler traten an diesem Tag dem Verein bei. Zum Kapellmeister wurde der bekannte Musiker und ehemalige Kapellmeister von Lindach, Johann Holzinger, gewählt. Seine reiche Erfahrung befähigte ihn dazu, die junge Kapelle binnen weniger Monate auf ein beachtliches Niveau zu heben. Am Fronleichnamstag 1909 konnte der Musikverein bereits mit 29 Mann ausrücken. Die Kriegsjahre von 1914 - 1918 haben die Aufwärtsentwicklung wohl gebremst, in den folgenden Jahren aber führte Holzinger seine Kapelle für damalige Verhältnisse leistungsmäßig ihrem Höhepunkt entgegen. 1936 legte der für seine besonderen Verdienste ausgezeichnete Musiker (Ehrenkapellmeister und Träger der silbernen Medaille für Verdienste um die Republik Österreich) aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Kapellmeister zurück. Am 12. Jänner 1939 verstarb er im 84. Lebensjahr in seinem Haus in Laakirchen. Die Musikvereine Roitham, Steyrermühl und Stadl-Paura gaben ihm das letzte Geleit.

1908-1926:
Uniform der k. u. k. Zeit, Rock und Hose mittelblau, Tschako der k. u. k. Armee

1926-1943:
braungrüne Uniform mit Tellermütze

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Johann Dopf in den Gemeindedienst aufgenommen, mit dem Auftrag den Musikverein neu zu organisieren und wieder aufzubauen. Eine schwierige Aufgabe in einer schweren Zeit, es fehlte einfach an allem. Dopf reparierte Instrumente, schrieb nächtelang Noten ab und bildete Musiker aus. Er begann in der Forstinger Gaststube die Probenarbeit und rasch war der Klangkörper wieder entstanden. An der Spitze der Musik marschierte wieder, wie all die Jahre vorher seit 1922, der stramme Stabführer Johann Austaller, Bauer in Magling. Mit Theaterspielen und Faschingsmusik wurde Geld für eine neue Uniform zusammengebracht. Bei der Glockenweihe im Jahr 1949 war der Verein bereits wieder mit 34 Mann stark unterwegs. Im Oktober 1965 trat der Musikverein dem OÖ. Blasmusikverband bei. Am 7.12.1970 verstarb Kapellmeister Dopf im Alter von 65 Jahren, ein überaus erfolgreiches Musikerleben war zu Ende. Seine bescheidene Wesensart hat den Musikverein geformt und in kameradschaftlichem Geist zusammengehalten. Ferdinand Neudorfer war Musikschüler bei Johann Dopf und gehörte der Musikkapelle seit 1951 als Flügelhornist an. Mitte der Sechziger Jahre absolvierte er bereits die Kapellmeisterkurse beim OÖ. Blasmusikverband, somit ging die musikalische Leitung des Vereins reibungslos an den neuen Kapellmeister über. 1970 wurde die Kapelle mit neuen Instrumenten in Normalstimmung ausgestattet. 1972 trat der junge Kapellmeister zum ersten Mal bei einem Konzert Wertungsspiel an und setzte damit sich und seinen Klangkörper der kritischen Bewertung einer fachkundigen Jury aus. Um das gute Abschneiden bei den Marschmusikbewertungen hat sich in dieser Zeit der Stabführer und Klarinettist Ernst Austaller (er hatte 1966 seinen Vater in dieser Funktion abgelöst) verdient gemacht. Wie Kapellmeister Dopf hat auch Ferdinand Neudorfer eine ganze Reihe junger Musiker, ausgebildet.

 1949-1964:
dunkelblaue Uniform
mit Tellermütze

1964-1980:
Uniform mit Tellermütze
(Hose schwarz, Rock olivgrün)

1980-1985:
1. Tracht, grüner Rock, schwarze Hose,
rote Weste und Ausseer Hut mit Band

1985-1998:
gleiche Tracht nur mit neuem Hut

Ab den 80-er Jahren kamen dann immer mehr Musikschüler ausgebildet in einer der umliegenden Musikschulen, zum Verein. Der Musikverein Roitham besitzt seit 1995 ein neues modernes Probenlokal und hat in den letzten Jahren auch die Instrumentierung auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Anlässlich des 90-Jahr Jubiläums wurde die neue Tracht präsentiert.

Der Verein verfügt heute über einen Klangkörper von ca. 60 aktiven Musikerinnen und Musikern. Der hohe Anteil an jungen Musikern ist das Ergebnis richtiger Jugendarbeit im Verein. Zurzeit befinden sich 40 Musikschüler in Ausbildung, welche auch schon im Jugendorchester mitspielen. Die ca. 650 unterstützenden Mitglieder sind Ausdruck der starken Verbundenheit zur Bevölkerung. Diese idealen Bedingungen sind Ansporn genug, in den nächsten Jahrzehnten mit Fleiß und Energie für den Verein, die Pfarre und den Ort weiter zu arbeiten.

90-jähriges Jubiläum:
2. Tracht, dunkelblauer Rock, schwarze Lederhose, rote Weste und Hut

100-jähriges Jubiläum:
gleiche Tracht